Der perfekte Moment: Familienplanung

Ich frage mich, wann der perfekte Zeitpunkt da ist, um einen Schritt weiterzugehen. Ein Schritt in mehr Verantwortung, der gleichzeitig bedeutet, dass man selbst (neben dem Partner) nicht mehr der wichtigste Mensch ist. Es geht um das Thema Familienplanung, die früher oder später jeden von uns im Laufe seines Lebens betrifft.

Hallo Baby!

Eine Beziehung mit seinem Lebensmenschen zu führen, ist eine Aufgabe, die alles andere als einfach ist. Eine Partnerschaft benötigt Aufmerksamkeit, ein gesundes Maß an Nähe und Distanz und will stets gepflegt werden. Irgendwann gelangt man in der Beziehung zu dem Punkt, wo es darum geht, die Beziehung auf die nächste Ebene zu heben und sich gemeinsam bewusst für Nachwuchs zu entscheiden. Das setzt voraus, dass man als Paar dazu bereit ist, das Du und Ich vorerst hinten anzustellen.

Der perfekte Zeitpunkt? Eine Illusion!

Wen ich auch gefragt habe, den perfekten Zeitpunkt für Kinder gab es bei keinen meiner Freunde, Bekannten oder Kollegen. Alle waren sich einig, dass mit dem Wunsch nach Nachwuchs ein Wagnis der besonderen Weise eingegangen wird. Eine noch nie da gewesene Erfahrung, mit der sich das Leben schlagartig ändert: Dinge, die zuvor noch so wichtig erschienen, treten in den Hintergrund und die Aufmerksamkeit verschiebt sich auf ein kleines, zartes Wesen, das behütet werden möchte und die Hilfe von Erwachsenen benötigt, um selbst irgendwann erwachsen zu werden.

Der Zeitpunkt einst und heute…

Was aber den Zeitpunkt des Elternwerdens heutzutage massgeblich beeinflusst, ist Bildung und der Wunsch nach Unabhängigkeit. 1970 brachten Frauen im Durchschnitt 10 Jahre früher ihren Nachwuchs zur Welt als heutzutage, was deutlich macht, wohin der Trend geht. Damit schliesse ich mich mit ein. Auch mir war Bildung immer wichtig und ich habe grossen Wert auf die Erfüllung meiner Träume gelegt, dass nicht irgendwann das Gefühl in mir entstehen könnte, im Leben etwas verpasst zu haben. So sind nun Jahre verstrichen und ich reihe mich längst in die Gruppe der Ü30 ein, also Frauen, die irgendwann ab dem 30. Lebensjahr Mama werden.

Ich muss zugeben, dass damit gleichzeitig bei mir die Gedanken aufkommen, ob sich das höhere Alter möglicherweise negativ auf eine Schwangerschaft bzw. Geburt des Kindes auswirken könnte und ob es mit dem Nachwuchs tatsächlich problemlos klappen wird. Jeder weiß, dass ab dem 30. Lebensjahr die Fruchtbarkeit der Frau abnimmt. Ich gehöre also biologisch gesehen zum „alten Eisen“, selbst wenn ich mich alles andere als alt fühle.

Bin ich (zu) alt oder doch nicht?

Dann gibt es da noch die Studien, die belegen, dass mit dem höheren Alter der Frau die Häufigkeit der Schwangerschaftskomplikationen steigt. Schwangerschaftsbedingter Diabetes, hoher Blutdruck, Blutungen, Frühgeburten sind Beispiele von solchen Komplikationen. Ich lasse mich davon nicht beirren, habe diese aber im Hinterkopf. Das höhere Alter hat in diesem Zusammenhang aber auch seine Vorteile: Man lebt bewusster, ist in seiner Mitte und bringt mehr Reife für diese verantwortungsvolle Aufgabe mit als beispielsweise noch mit 20 Jahren, was nicht bedeutet, dass jüngere Mütter dieser Aufgabe schlechter gewachsen sind.

Letztlich muss jeder für sich entscheiden, wann er diesen Schritt wagt und mit wem. Patentrezept gibt es leider keines, dafür aber jede Menge Emotionen und unvergessliche Momente, das sagen zumindest all jene, die sich für den Schritt des Elternwerdens entschlossen haben…

 

Nun bin ich sehr auf eure Sichtweise gespannt. Gibt es den perfekten Zeitpunkt? Wer von euch ist schon Mama? Ich freue mich auf eure Gedanken.

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5 Comments

  • Reply Sabrina 18. Juli 2017 at 21:25

    liebe elisabeth! ich finde es sehr schön, dass du dieses sehr private thema so offen u. öffentlich besprichst! ich verstehe dich sehr gut, denn du sagst medizinische richtige dinge u. bzgl. karriere u. träume erfüllen teile ich deine meinung. ich bin in der ähnlichen situation, was diese lebenseinstellung betrifft u. auch ich bin bereits über 30. ich glaube die richtige antwort kann leider nur jeder für sich selbst finden u. sich dieser großen herausforderung partner, beruf u. nachwuchs unter einen hut zu bekommen sich selbst stellen! wirklich richtig durchplanen kann man das leben leider nicht perfekt, denn oft kommt es anders als man denkt, sowohl im positiven als auch in negativen sinne – sagt meine bisherige erfahrung! es ist ein neuer lebensabschnitt als mama, den du mit deinem wesen u. deinen lieben freund, mit dem du sehr glücklich bist (hatte ich in diversen beiträgen jedenfalls den eindruck, wenn du ihn erwähnt hast) bestimmt gut meistern kannst… wenn ihr euch für diesen weg entscheiden solltet! die moderne medizin ist zum glück auch sehr weit u. kann in der pränataldiagnostik schon sehr viel im vorhinein über das ungeborene aussagen bzw. pathologisches ein- und ausschließen! das sollte für werdene eltern etwas beruhigend sein, leider kann zu viel wissen aber auch belasten. trotzdem finde ich, dass wir diesen guten gesundheitsstandard schätzen müssen! jede frau bzw. paare, die sich ein kind wünschen sollen selbst abwägen (u. in medizinischer sicht kompetentes fachpersonal zu rate ziehen), was ihnen gut tut u. aus meinen erfahrungen ist es wohl am besten, wenn man in sich hinein hört u. nicht so viel auf andere hört… ich glaube, du wärst eine einfühlsame, liebevolle mutter, obwohl ich dich nicht persönlich kenne! sollte dieser wunsch für dich wahr werden, wünsche ich dir u. deinem partner alles erdenklich gute! ich hoffe, ich war dieses mal nicht zu indiskret… liebste grüße zu dir, schönen abend! sabrina ❤

  • Reply Patricia 18. Juli 2017 at 21:28

    Liebe Elisabeth,
    ich habe deinen Beitrag voller Neugierde gelesen. Ein sehr schöner Artikel!
    Ich denke nicht, dass es das perfekte Alter für ein Baby gibt.. Den perfekten Zeitpunkt muss wohl jeder für sich selbst entscheiden 🙂

    Meine Mama hat mich zum Beispiel recht jung bekommen, was ich sehr schön gefunden habe.. ich selbst wäre in dem Alter aber noch lange nicht bereit gewesen für ein Kind 😉

    Hab noch einen schönen Abend!
    Liebste Grüße, Patricia

  • Reply Tamara 18. Juli 2017 at 21:52

    Ein sehr schöner Beitrag liebe Elisabeth. 🙂
    Den perfekten Zeitpunkt gibt es meiner Meinung nach nicht. Ich hab da die gleiche Einstellung wie du. Ich werde im August auch schon 30 und ich hatte bisher einfach noch das Bedürfnis so viel zu erleben zu Reisen und mich beruflich weiterzuentwickeln. Ich will auch auf keinen Fall irgendwann denken ich hätte was versäumt. Ich möchte es aber auch auf keinen Fall versäumen Mutter zu werden. 🙂 Mal sehen was noch kommt und wann… 😀
    Liebste Grüße Tamara

  • Reply Ulrike 19. Juli 2017 at 10:39

    Liebste Elisabeth,
    wie schön, von dir zu lesen! Herzlichen Glückwunsch zu deinem tollen Blog!

    Dieser Artikel über Familienplanung gefällt mir besonders gut! Ich versuche, deine Fragen „kurz“ zu beantworten:

    1.) Doch, es gibt einen perfekten Zeitpunkt ein Baby zu bekommen!
    Im Nachhinein betrachtet stelle ich fest, dass jener Zeitpunkt der beste für Nachwuchs ist, sobald du und dein Partner beginnen sich ernsthaft zu fragen, ob ihr ein Baby wollt. Alleine das Aufkommen dieser Frage zeigt, dass ihr unterbewusst bereit seid, einen weiteren Schritt zu gehen.
    Bewusst bzw. rational hingegen wird es vermutlich nie den perfekten Zeitpunkt geben – zumindest wäre das bei mir so. Es gibt immer Dinge, die man noch vorher „erledigen“ möchte – sei es ein Jobwechsel, Hausbau, Fernreise etc.

    2.) Nein, du bist nicht zu alt, um eine Familie mit Kindern zu gründen!
    Wie du richtig schreibst, sind für viele junge Menschen Ausbildung, ein guter Job, ein gewisser Grad an Selbstverwirklichung und die Erfüllung seiner Träume besonders wichtig. Das finde ich auch sehr gut und auch ich habe mit einer solchen Einstellung gelebt. Jeder sollte sich jedoch vor Augen halten, dass es in der Natur des Menschen liegt, nach immer noch mehr zu streben. Sobald wir ein Ziel erreicht haben, setzen wir es noch höher (ein Job mit noch besserer Bezahlung, eine Wohnung mit einer noch besseren Lage etc.) – daher werden wir nie am Ziel sein!
    Kurz gesagt: wenn du weiterhin deine bisherigen Ziele hinsichtlich Ausbildung, Job, Selbstverwirklichung etc. verfolgst und höher steckst, DANN bist du für Nachwuchs früher oder später bestimmt zu alt. Sei also mutig und definiere Ziele, die du noch nie verfolgt hast und die dich in eine ganz andere Richtung bringen!
    Für all jene, die lange „Prestige-Ziele“ verfolgen, kann schon mal der Zeitpunkt kommen, dass man für Nachwuchs zu alt ist! Aber du bist es definitiv noch nicht!! 

    Da es mir wirklich wichtig ist, möchte ich nochmals festhalten, dass die Frage „Baby – ja oder nein?“ rational (zumindest für mich) kaum zu beantworten ist. Wie sollte diese Frage auch beantwortet werden können?! Das Mama-Sein bringt Emotionen und Erfahrungen mit sich, die du als Nicht-Mama natürlich nicht kennst, sondern nur erahnen kannst. Und es ist ja bekannt, dass man nur jene Situationen/Erfahrungen richtig nachvollziehen kann, die man selbst erlebt hat. Bei der Frage „Baby – ja oder nein?“ stellst du also dein von dir für dich passend gestaltetes und erfülltes Leben einem Leben mit Ungewissheit gegenüber. Dass hier die Antwort „Ja – Baby!“ nicht sofort fällt, ist absolut klar!

    Ich bin der Ansicht, dass jeder in die Rolle einer Super-Mami bzw. eines Super-Papis hinein wächst, sobald man ein Kind hat! Wenn man sich vorstellen kann, mit seinem Partner ein Kind aufzuziehen und wenn man es sich leisten kann (!), dann sollte man sich das Ziel „Eltern werden“ stecken.

    Alles Liebe,
    Uli – MIG 09 🙂

    PS: Ich hatte die ganz gleichen Gedanken wie du! Und wie du vielleicht noch weißt, war mir der Job besonders wichtig. Mittlerweile habe ich erkannt, dass es so viel mehr gibt – mein größter Schatz ist meine Familie! Ich hätte nie gedacht, dass Windeln wechseln, kochen und Kinder ins Bett bringen erfüllender sein kann als Besprechungen zu leiten oder Dienstreisen anzutreten. Natürlich wird sich meine Einstellung mal ändern und der Wunsch nach mehr „ICH“ wieder aufkommen, aber derzeit genieße ich es in vollen Zügen, hauptsächlich für meine Hannah (2,5 Jahre), meinen Sebastian (2 Monate) und meinen Freund da zu sein!
    Und NATÜRLICH treiben mich die drei oftmals an meine Grenzen, aber das Mama-Sein bringt so viel mehr Liebe und Kraft mit sich, dass alles zu schaffen ist. Auch wenn ich mir manchmal mehr Ruhe und angenehme Nächte wünsche, habe ich noch NIE bereut, Mama zu sein! Keinesfalls wünsche ich mir, die Zeit zurück drehen zu können! Erst jetzt weiß ich, welche Bedeutung Aussagen wie „Kinder erfüllen das Leben“, „Kinderlachen geht mitten ins Herz“, „Weihnachten ohne Kinder ist kein richtiges Weihnachten“ etc. haben. Früher waren das für mich nette Floskeln – die „Kraft“ dieser Aussagen war mir nicht im Geringsten bewusst!

  • Reply Anna Karin 4. August 2017 at 10:48

    Liebe Elisabeth,
    vielen Dank für deine Offenheit!

    Ja, wann ist der perfekte Zeitpunkt? Ich denke, dass es diesen nicht gibt. Natürlich gibt es Umstände, die einschrenken, aber ich denke, dass man den Zeitpunkt perfekt machen kann.

    Ich werde im November 25 und mache mir seit ein paar Jahren meine Gedanken betreffend Familienplanung. Nach der Trennung von meinem Freund verschwand auch die gemeinsame Zukunftsplanung und darüber bin ich sehr sehr froh. Denn mit 22 Jahren wäre ich noch nicht bereit für eine Familie, ein Kind gewesen. Heute wünsche ich es mir schon, aber für mich ist noch nicht die Zeit (geschweige der Partner). Ich freue mich richtig auf den Moment wenn ich dann so ein kleines Zwergal im Arm halten darf…mein Zwergal ❤

    Dir wünsche ich alles Gute und Ruhe für die Schritte die du tun wirst!

    Fühl dich umarmt!

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